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Poker: Welche Hände spielen? Die richtige Handauswahl

Die Auswahl der richtigen Startkarten ist die Grundlage für erfolgreiches Pokerspielen. Welche Hände Sie spielen sollten, hängt von Ihrer Position am Tisch, der Spielstärke Ihrer Gegner und der Art des Poker-Turniers oder Cash Games ab. Eine zu lockere Handauswahl führt schnell zum Verlust Ihres Stacks, während eine zu enge Sie aus dem Spiel nimmt und Ihnen profitable Gelegenheiten entgehen lässt.

Es gibt allgemein anerkannte Richtlinien, welche Hände von welcher Position aus stark genug sind, um geöffnet, erhöht oder gecallt zu werden. Diese Leitfäden, oft als "Starting Hand Charts" bezeichnet, sind ein ausgezeichneter Ausgangspunkt für Anfänger. Erfahrene Spieler passen diese Charts basierend auf der Tischdynamik und ihren Gegnern an.

Premium-Hände von jeder Position

Diese Hände sind so stark, dass Sie sie fast immer spielen sollten, unabhängig von Ihrer Position am Tisch. Sie bieten die beste Chance, nach dem Flop eine sehr starke Hand (wie ein Set oder Top Pair mit gutem Kicker) zu bilden, und sind auch als Bluffs wertvoll. Mit diesen Händen wollen Sie in der Regel das Pot-Limit erhöhen („Raise“), um schwächere Hände aus dem Pot zu drängen und den Pot schon früh zu vergrößern.

  • Pocket Aces (AA)
  • Pocket Kings (KK)
  • Pocket Queens (QQ)
  • Ace-King (AK), suited oder offsuit
  • Ace-Queen (AQ), suited

Starke Hände von früher Position

Wenn Sie unter den ersten sind, die eine Entscheidung treffen müssen („Early Position“), sollten Sie enger spielen. Sie haben noch viele Spieler hinter sich, die noch erhöhen könnten. Konzentrieren Sie sich auf Hände, die auch gegen einen späteren Raise gut dastehen. Pocket Jacks (JJ) und Ace-Jack (AJ) suited gehören hier noch dazu, während Ace-Ten (AT) schon grenzwertig ist.

  • Pocket Jacks (JJ)
  • Ace-Jack (AJ), suited
  • King-Queen (KQ), suited
  • Pocket Tens (TT)
  • Ace-Queen (AQ), offsuit

Erweiterte Range von mittlerer Position

In mittlerer Position („Middle Position“) können Sie Ihre Range etwas lockern, da einige Spieler vor Ihnen bereits gefaltet haben. Sie können nun mehr suited connectors (z.B. 9♠8♠) und mittlere Pocket-Pairs (99, 88) hinzunehmen. Hände wie King-Jack (KJ) suited oder Queen-Jack (QJ) suited werden hier spielbar, sollten aber mit Vorsicht behandelt werden, wenn es zu einem Raise vor Ihnen kam.

  • Pocket Nines (99)
  • Ace-Ten (AT), suited
  • King-Jack (KJ), suited
  • Queen-Jack (QJ), suited
  • Suited Connectors wie 87s oder 76s

Breite Range von später Position und Button

Auf dem Button (Dealer-Position) haben Sie den größten positional advantage, da Sie als Letzter nach dem Flop agieren. Hier können Sie die breiteste Range spielen, um mit vielen Händen Initiative zu ergreifen und Ihre Gegner aus der Position heraus zu kontrollieren. Fast jede suited Hand, kleine Pocket-Pairs und viele Ax-Hände (Ace mit kleiner Karte) werden hier profitabel spielbar.

  • Kleine Pocket-Pairs (22-77)
  • Ace mit kleiner Kicker (A9s, A5s)
  • Viele suited connectors und one-gapper
  • King mit kleiner suited Karte (K9s)
  • Queen-Ten (QT), suited oder offsuit

Hände, die Sie meist folden sollten

Einige Hände sind langfristig fast immer Verlustbringer und sollten gefoldet werden, es sei denn, die Bedingungen sind extrem günstig (z.B. Sie sind auf dem Button und alle vor Ihnen haben gefaltet). Dazu gehören meist sehr schlechte unsuited Hände mit großer Lücke und niedrigem Wert, die kaum eine starke Hand bilden können und leicht dominiert werden.

  • Handen wie 92 offsuit, 83 offsuit
  • Suited Hände mit sehr niedrigen Karten (72s)
  • Offsuit connectors mit niedrigem Rang (54o)
  • King-Deuce (K2) offsuit
  • Queen-Three (Q3) offsuit

Häufige Fragen

Warum ist die Position so wichtig für die Handauswahl?

Weil Sie in späterer Position mehr Informationen haben. Sie sehen, wie alle Spieler vor Ihnen gehandelt haben (fold, call, raise), bevor Sie entscheiden müssen. Das erlaubt es Ihnen, mit schwächeren Händen zu spielen, da Sie die Initiative übernehmen und Gegner nach dem Flop leichter lesen können.

Sollte ich diese Charts immer genau befolgen?

Die Charts sind eine solide Basis, besonders für Anfänger. Mit Erfahrung lernen Sie, sie situationsabhängig anzupassen. Gegen sehr passive Spieler können Sie lockerer spielen, gegen sehr aggressive enger. In Short-Handed-Tischen (wenige Spieler) wird die Range generell breiter.

Was sind „suited connectors“ und warum sind sie gut?

Suited connectors sind zwei aufeinanderfolgende Karten derselben Farbe (z.B. 7♥8♥). Sie sind wertvoll, weil sie das Potenzial für eine Straight und eine Flush bieten. Auch wenn Sie nur ein Paar treffen, haben sie oft noch Overcard- und Backdoor-Flush/Straight-Möglichkeiten.

Spielen Sie verantwortungsvoll. Glücksspiel kann süchtig machen. Setzen Sie ein Limit und hören Sie auf, wenn es kein Vergnügen mehr ist. Ab 18.

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